Hüftgelenkserkrankung

Die Park-Klinik Manhagen
Die Park-Klinik Manhagen

Die operativen Eingriffe bei Hüftgelenkserkrankungen werden  in der Park-Klinik Manhagen durch Dr. med. Michael Grande durchgeführt. Den künstlichen Gelenkersatz führen wir bevorzugt minimal-invasiv und damit knochensparend durch. 

 

Park-Klinik-Manhagen

Sieker Landstraße 19

22927 Großhansdorf

 

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1. Arthrose des Hüftgelenks

Die Koxarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks. Der Verschleiß betrifft die knorpelige Oberfläche sowohl des Hüftkopfes als auch der Hüftpfanne. Sie ist die häufigste Form der Arthrose beim Menschen, wobei die Ursachen vielfältig sein können.

 

Ursachen

  • Degenerativ (Verschleißerkrankung)
  • Durchblutungsstörung (Hüftkopfnekrose),
  • angeborene Fehlbildung (Dysplasie)
  • Knochenbruch (Schenkelhalsfraktur)
  • Impingementsyndrom (s.u.)
  • Stoffwechselerkrankunge
  • „Rheuma"
  • familiäre Prädisposition

 

Diagnostik

Anamnese und klinische Untersuchung sind unabdingbar, um mögliche andere Ursachen der bestehenden Beschwerden auszuschließen (z.B. können ähnliche Beschwerden bei Wirbelsäulenerkankungen auftreten). Es erfolgt eine eingehende Untersuchung der Hüftgelenke, der angrenzenden Gelenke und der Wirbelsäule einschließlich neurologischer Untersuchung.

Komplettiert wird die Diagnosefindung durch eine entsprechende Bildgebung. Primär dient dazu die Röntgenaufnahme, bei Bedarf auch die MRT (Magnetresonanztomographie/ Kernspintomographie), CT (Computertomographie), Szintigraphie oder Sonographie. Anhand der erhobenen Befunde kann die Koxarthrose in Stadien eingeteilt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Die radiologische Stadieneinteilung erfolgt z.B. nach KELLGREN und LAWRENCE (Stadium I-V).

 

Konservative Therapie

Die Therapie erfolgt entsprechend der Empfehlung der orthopädischen Fachgesellschaften (Leitlinien) je nach Schweregrad der Erkrankung. Bei frühen Krankheitsstadien erfolgt zunächst immer eine konservative Therapie. Hierbei kommen Medikamente (Schmerzmittel und/oder Antirheumatika) zum Einsatz. Die medikamentöse Therapie dient der Schmerzreduktion, damit soll die schmerzbedingte Funktionseinschränkung gemindert werden. Mit Hilfe der physikalischen Therapie und Krankengymnastik soll die Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes erhalten und die Belastbarkeit im Alltag wieder verbessert werden.

Unterstützend erfolgt neben der physikalischen Therapie auch die Verordnung von Hilfsmitteln (Einlagenversorgung, Schuhzurichtung, Gehhilfen).

Im Verlauf der konservativen Therapie wird wiederholt mit dem Patienten der Erfolg der bisherigen Therapie neu bewertet und gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen. Eine allgemeingültige verbindliche Regel oder Empfehlung, ab wann eine operative Therapie sinnvoller ist, gibt es nicht. Hier muß immer wieder eine Abwägung individuell für jeden Patienten stattfinden, um den optimalen Zeitpunkt für eine Operation zu finden.

Weitere Möglichkeiten der konservativen Behandlung bietet sich mit der KernspinResonanzTherapie (MBST®), Knorpelschutztherapie mittels Hyaluronsäure oder dem Autologem Conditioniertem Plasma ACP.

 

Endoprothetik

Bei Verschleiß des Hüftgelenkes ist in den meisten Fällen der künstliche Gelenkersatz möglich. Diesen nehmen wir meistens minimal-invasiv und knochensparend vor. Der Eingriff ist dadurch besonders gewebeschonend und wenig verletzend - mit dem Ergebnis, dass unser Patienten schneller wieder mobil und leistungsfähig werden. Zur Vorbereitung auf die Operation stehen vielfälltige Informationsmöglichkeiten zur Verfügung (z.B. www.lebeninbewegung.com oder Informationsbroschüren über die Praxis).

Neben der schonenden minimal-invasiven Operationsmethode wollen wir für jeden Patienten das optimale Gelenk finden. Dabei spielen die individuellen Bedürfnisse und das „Aktivitätsniveau"des Patienten eine große Rolle, aber auch die anatomischen Voraussetzungen des einzelnen Patienten fließen in die Auswahl des optimalen Implantattyps mit ein. Dementsprechend stehen eine breite Palette von Prothesentypen und Materialkombinationen zur Verfügung:

Kurzschaftprothesen


Die Kurzschaft- oder Schenkelhalsendoprothesen sind besonders geeignet für junge Patienten mit guter Knochenqualität. Das Design der Prothese erlaubt eine besonders knochensparende Implantation.

Zementfreie Schaftprothesen

Diese Prothesen bestehen wie die Kurzschaftprothesen aus Titan und erreichen durch ihre aufgeraute Oberfläche eine sehr stabile Verbindung zwischen dem Knochen und der Prothese (Einwachsen). Dadurch kann auch bei weniger stabilen Knochen eine lange „Haltbarkeit“ erreicht werden. Auf Grund der Vielfalt an Prothesenmodellen kann jeder Patient entsprechend seinen biologischen Voraussetzungen auch ohne die Verwendung von Knochenzement mit dem optimalen Prothesentyp versorgt werden.

 

Das Prothesenmodell wird vor der Operation anhand der Röntgenbilder (präoperative Planung), den Bedürfnissen des Patienten und entsprechend seiner biologisch/anatomischen Voraussetzungen festgelegt. In seltenen Fällen ist eine zementierte Verankerung der Schaftprothese notwendig.

 

Alle hier eingesetzten zementfreien Prothesen sind aus Titan und damit allergenfrei.

 

Auch minimal-invasive Verfahren kommen zur Anwendung, um Weichteil- und Muskelsubstanz zu schonen und ein optimales Ergebnis mit guter Funktion nicht nur im Alltag sondern auch beim Sport zu erreichen. In der direkt an die Operation angeschlossenen Rehabilitationsphase ist damit auch eine schmerzarme Beübung des operierten Gelenkes möglich. Beschwerdeabhängig ist direkt nach der Operation die volle Belastung des Gelenkes erlaubt.

 

Entscheidend für den Erfolg der Operation sind nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch ein erfahrenes Team für die Nachbehandlung und Rehabilitation. Die Patienten werden bei ihren ersten Schritten mit dem neuen Kunstgelenk engmaschig betreut, so dass sie sich schnell wieder sicher fühlen und ihren Alltag bewältigen können.

 

Zur Entlassung erhalten alle Patienten eine umfassende Informationsbroschüre mit Empfehlungen für die weitere Nachbehandlung und den „täglichen Umgang“ mit der neuen Prothese.

 

2. Impingementsyndrom des Hüftgelenkes

Am Hüftgelenk kann es zu einem sogenannten femoro-acetabulären Impingement kommen (Anschlagen des Hüftkopfes an der Hüftpfanne). Ursächlich dafür ist eine unvollständige Kongruenz zwischen Hüftkopf (Caput femoris) und Hüftpfanne (Acetabulum). Man unterscheidet das Beißzangen- oder Pincer-Impingement sowie das Nockenwellen- oder Cam-Impingement. Das Pincer-Impingement geht von einer zu tiefen Gelenkpfanne aus und betrifft vor allem Frauen. Bei zu tief in der Pfanne stehendem Hüftkopf schlägt der Schenkelhals am Pfannenrand an und schädigt die Gelenklippe (Labrum). Das Cam-Impingement wird durch einen zu großen oder deformierten Hüftkopf verursacht. Der Schenkelhals-Bump (engl. Beule, Höcker, Hubbel; to bump = anstoßen) stößt am Labrum an und schädigt dieses.

 

„Bump“ am Schenkelhals, vor der Operation

 

Nicht selten besteht eine Kombination aus beiden Formen des Impingementsyndroms am Hüftgelenk. Der kugelförmige Hüftkopf wird gut zur Hälfte von der Gelenkpfanne umschlossen. Die knorpelige Gelenklippe (Labrum ROT markiert) bildet eine zusätzliche Abdichtung für das Hüftgelenk.

 

Knorpelige Gelenklippe (Labrum)

 

Bei einem zu breiten (deformierten) Schenkelhals kann dieser die Gelenklippe und den Knorpel schädigen. Dies geschieht vor allem durch das wiederholte Anschlagen des Hüftkopfes/ Schenkelhalses am Pfannenrand. Besteht dieses Missverhältnis über einen langen Zeitraum, kann daraus eine Arthrose des Hüftgelenkes entstehen.

 

Diagnostik

Bei klinischem Verdacht auf ein Impingement des Hüftgelenkes erfolgt zunächst eine nativradiologische Diagnostik mit speziellen Aufnahmen der betroffenen Hüfte. Zusätzlich können weitere Informationen (z.B. über Veränderungen an der Gelenklippe und die Knorpelbeschaffenheit) durch die MRT (Magnetresonanztomographie/Kernspintomographie) gewonnen werden.

 

Therapie

Bei Versagen der konservativen Therapie kann ein operativer Eingriff (Labrumchirurgie u./o. Bumpabtragung) die Gefahr der Entstehung einer Arthrose des Hüftgelenkes verringern. Dabei wird der deformierte Anteil des Schenkelhalses entfernt oder geglättet (Bumpabtragung) und eine bereits geschädigte Gelenklippe wieder am Pfannenrand befestigt. Ziel der Operation ist es, die Gelenkmechanik wieder so herzustellen, dass es nicht mehr frühzeitig im Bewegungsablauf zum Anschlagen des Hüftkopfes/Schenkelhalses am Pfannenrand kommt. Die dadurch erzielte bessere Beweglichkeit des Hüftgelenkes kann schon während der Operation überprüft werden. Vorausgehen sollte jedoch eine umfassende konservative Behandlung mit einem Antirheumatikum, Krankengymnastik und physikalischer Therapie.